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Kleines Urlaubsabenteuer mit meiner Honda CB100

29.April 2003, ich wartete schon sehnsüchtig auf den Eingang meiner Frührente auf meinem Konto, denn ohne meine Frührente konnte ich schlecht weg. Ich habe nämlich keine EC-Karte, denn diese verführt nur und man Hier bin ich mit meiner Honda CB100 im Alg äu verliert so schnell den Überblick. Da habe ich schlechte Erfahrung gesammelt. Nun, am Mittag des selbigen Tages war das Geld endlich da, konnte es aber noch nicht abholen, weil Mittagspause war. Also habe ich meinen "Nachmittagsscheunheitsschlaf" getätigt und dann anschließend miene "Olle" zur Sparkasse zum Geld holen gejagt. Als sie zurück kam, entschied ich ganz spontan sofort los zu fahren, denn der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag am Nachmittag Regenschauer voraus. Wir haben dann schnell den Rest unserer Sachen gepackt. Als wir fertig waren, konnte ich meine kleine Maschine so gegen 15:30 Uhr starten.

Wir kamen eigentlich sehr gut aus Hamburg heraus, obwohl ich dachte, dass der Feierabendverkehr schon eingesetzt hatte, aber das war wohl anscheinend nicht der Fall. Kaum waren wir heraus aus der Stadt, empfing uns eine richtige steife Brise, die gut bis Hildesheim (ca. 200 km) anhielt.

Meine kleine Honda CB 100 hatte richtig zu arbeiten, denn mit ihren gerade mal 12 PS macht sich jede Steigung oder jeder Berg sogleich bemerkbar, da unser Motorrad außer uns, auch noch das ganze Gepäck zu schleppen hatte. Ich glaube wir waren doch ein wenig überladen. Trotzdem kamen wir mit so um die 80 km/h voran, Manchmal auch etwas schneller, denn wenn ein LKW uns überholte, versuchte ich möglichst in seinen Windschatten zu bleiben. Diese Fahrweise half ganz enorm.

Da unsere gesamt Reisegeschwindigkeit jedoch nicht so hoch war, kamen wir auch nicht so schnell voran, so dass ich beim Tanken kurz hinter Kassel den Tankwart nach einem Campingplatz fragte, denn die Uhr ging auf 20.30 Uhr zu. Er war so nett und beschrieb mir die Anreise zu einem schönen Campingplatz in etwa 35 km Entfernung, bei Kirchheim. Wir fuhren dann weiter und bogen bei Kirchheim-Süd von der Autobahn ab, allerdings war das etwas kompliziert, so dass ich auch noch in die falsche Richtung fuhr. Nach etwa 10 km bemerkte ich, dass irgend etwas nicht stimmte und fragte darum im nächsten Dorf nach dem Weg, was auch half. Nach weiteren 20 km kamen wir dann im Dunkeln auf den Campingplatz an.

Die Leute da waren aber so freundlich und gaben uns einen Platz, wo etwas Licht war. So konnte ich unser Zelt noch gut aufbauen. Danach gingen wir in die Gaststätte und tranken noch etwas. Hunger hatten wir keinen mehr. Danach verschwanden wir sofort in unseren Schlafsäcken. Ich wachte gegen 4.00 Uhr morgens auf, weil der Krach der Autobahn zum Campingplatz herüber dröhnte. Das störte mich, denn ich bin Ruhe gewöhnt, obwohl ich in einer Großstadt wohne. Ich konnte nicht mehr einschlafen, weckte meine Frau, die mich anschaute, als wäre ich bekloppt. Mir gelang es, sie zu überreden zu packen und los zu fahren. Wie immer, machte meine Frau beim Packen wieder so viele Fehler, dass ich mich einmal mehr ärgerte und mich aufregte, was ich eigentlich gar nicht wollte. Das Ergebnis war, das ich - als ich gerade losfahren wollte - mir übel wurde und ich mich logischerweise dann übergeben musste, man oh man so etwas "Doofes" aber auch. Dann konnten wir endlich gegen 5.00 Uhr losfahren.

Mein kleines Motorrad schaffte auch alle Berge der A7 entlang und wir waren dann gegen 15.00 Uhr im Allgäu. Dort wehte ein sehr starker Wind die Meine Frau etwas verforen neben unserer Honda CB100 im Alg äu angrenzenden Berge herab. Dieser Wind war richtig unangenehm, weil er auch noch so kalt war. Bei Füssen machten wir noch Fotos mit den Bergen im Hintergrund am Rande der Straße. Als meine Frau mich fotografieren wollte, kam von hinten ein großer "Radlader". Ich rief zu meiner Frau, das sie einen Schritt an die Seite machen sollte, aber Sie verstand auf Grund Ihrer Schwerhörigkeit das nicht ganz genau und macht statt dessen einen richtigen Satz zur Seite, was damit endete, das Sie im Graben landete. Nicht das dieses schon schlimm genug wäre, nein sie kippte auch noch um und flog mit ihrem Kopf gegen einen hölzernen Weidezaunpfahl. Sie hatte sofort ne ganz dicke Beule am Kopf, aber ansonsten hatte sie die Sache gut überstanden

Wir setzten unseren Weg fort und durchfuhren den Grenztunnel nach Österreich bei Reutte. Auf der österreichischen Seite wehte der Wind fast genauso stark. Das brachte wirklich keinen Spaß, denn mein Motorrad hatte da so seine Mühe mit. Wir nahmen dann den Fernpass in Angriff, den wir auch gut schafften. Ich fuhr da so mit etwa 50 km/h rauf. Dann auf der anderen Seite wieder runter, Was aber viel wichtiger war, das Wetter war hier merklich angenehmer, ja es war richtig warm. Dann ging es in Richtung Telfst weiter. Leider ist die Fernstraßenbeschilderung für Bundesstraßen in Österreich sehr ungenügend, bzw. der Grund ist wohl der, dass der österreichische Staat die Leute dazu zwingen will, dass sie die kostenpflichtige Autobahn benutzen.

Na, jedenfalls ist am Ende des Ortes Telfs ein Kreisverkehr und prompt schnappte ich mir die falsche Ausfahrt. Statt aber weiter im Kreis zu fahren, versuchte ich kurzerhand abzukürzen und ich wollte über die Verkehrsinsel in die richtige Richtung fahren. Dabei musste ich mein Tempo derart verringern, dass meine Frau es mit der Angst bekam. In ihrer Angst brachte sie das Motorrad aus dem Gleichgewicht. Da wir so bepackt waren, verlagerte sich der Schwerpunkt des Motorrades durch diese Aktion derart, dass ich nicht mehr in der Lage war, das Motorrad abzufangen. Wir kippten schlicht bei ganz geringer Geschwindigkeit um, denn wir hatten ja fast nix mehr am Tempo drauf.

Nun lagen wir beiden Hübschen da. Es kamen sofort Leute angerannt, die helfen wollten. Aber eigentlich war gar nix Großartiges passiert, denn wir waren durch das Gepäck sehr geschützt. Nur meine Frau hatte sich etwas die Rippen geprellt, ich weiß gar nicht wie sie das gemacht hat, ist wohl ein Ergebnis ihrer persönlichen Steifigkeit, was man besonders beim Auf- und Absteigen bemerkte, denn das war immer ein Akt "lach". Wir haben dann gleich die Gelegenheit genutzt um uns etwas freier zu machen, sprich die dicken Pullover auszuziehen und die Einlagen der Motorradjacken heraus zunehmen, denn es war jetzt richtig warm geworden.

Wir fuhren dann in Richtung Innsbruck weiter, welches wir zum Feierabendverkehr erreichten. Wir schmuggelten uns so gut es ging durch den dichten Verkehr von Innsbruck und gelangten dann doch recht gut zu der alten Brennerpassstraße, die auch von meinen kleinen Motorrad gut bewältigt wurde, wenn auch zum Teil sehr langsam. Gegen Abend kamen wir oben am Brennerpass an und waren dann endlich in Bella Italia.

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