Nach einer kurzen Erholungspause am Brennerpass ... denn unsere Popo's schmerzten von der langen Tour ... fuhren wir weiter auf der Staatsstraße den Brenner herunter: leider dürfen in
Italien Motorräder erst ab 175 ccm die Autobahn benutzen, so dass wir gezwungen waren, die Staatsstraßen zu benutzen.
Gegen 20 Uhr kamen wir in dem Ort Brixen an, wo ich sofort einen Campingplatz fand, der war mit 20 Euro nicht ganz billig war, aber ich hatte für heute die Schnauze voll. Nachdem wir das
Zelt relativ schnell aufgebaut hatten - ich entwickelte mich bald zum Zeltaufbauspezialist "grins" - gingen wir in’s angrenzende Hotel eine Pizza essen.
Die Pizza schmeckte zwar gut, aber die Messer waren stumpf oder die Pizza zu hart, jedenfalls wäre ein Beil am besten gewesen " grins ", um sie zu zerteilen. Danach gingen wir
schlafen. Oh Schreck, unser Zeltplatz war gleich an einer kleinen Straße, wo Jugendliche mit Ihren Mopeds oder Mofas ihre privaten Rennen austrugen ... manno man ... aber ich war einfach
zu müde um mich aufzuregen.
Nach sehr kurzem Schlaf wachte ich gegen 3 Uhr morgens auf, denn der rauschende Gebirgsbach hatte mich geweckt. Manno man, bei mir zu Hause rauscht höchsten nachts mal die Toilette
" grins ". Jedenfalls konnte ich nicht mehr einschlafen, so dass ich beschloss, meine "Olle" zu wecken, das Zelt abzubauen und dann weiter zu fahren.
Als alles gepackt war, fuhren wir noch im Dunkeln los. Da es meine erste Nachtfahrt mit dem Motorrad war - die 6 Volt Lichtanlage bringt nicht gerade viel Licht auf die Straße -verwechselte
ich doch gleich ab und an die Schalter, so dass ich statt das Licht abzublenden, das Licht ausschaltete. Ich machte das gleich mehrmals zur Probe, Gott sei Dank aber bei langsamer Fahrt.
Ansonsten reichte das Licht schon aus, denn ich musste ohnehin langsam fahren, denn die Straße ist hier noch sehr kurvenreich. Kurz hinter der Stadt Bozen begann die Dämmerung und als wir
in Trento waren, war es schonh heller Tag, allerdings erst 6.00 Uhr morgens.
Im Stadtzentrum am Bahnhof von Trento war schon eine Bar geöffnet, dort kehrten wir ein und nahmen unser Frühstück ein. Dann fuhren wir weiter. Als wir in Verona ankamen, musste ich unbedingt
tanken, aber es war keine offene besetzte Tankstelle zu finden, nur die Tankstellen mit dem "Self-Service". So ein Mist. Da braucht man ja einen Lehrgang, um die Tanksäule und den
Kassenautomaten zu bedienen. “Scheiße“ ich habe nur einen 10,00 Euro Schein und es passen höchsten für 6,00 Euro Sprit in den Tank. "Mist", wieder 4,00 Euro verschenkt.
Die Fahrt geht dann reibungslos weiter bis Bologna, wo gerade der Ausflugsverkehr begann, denn es war der 1.Mai. Obwohl wir gar nicht richtig nach Bologna rein fuhren, sondern gleich westlich
abgebogen waren und in Richtung Pistioa weiterfuhren sind wir doch tatsächlich in den Ausflugsstau der Italiener gekommen. Ich wurde mit meiner Fahrweise ganz kess und machte es den
italienischen Motorradfahrern nach und schummelte und schmuggelte mich an den Pkw 's vorbei, so dass wir doch relativ schnell den Stau entrannen und dann die Appenien in Angriff nehmen
konnten.
Die Appenien sind eigentlich die größte Barriere auf unsere Route, denn sie haben heftige Steigungen. Es geht bis 1400 m hoch, puh aber auch das schaffte mein kleines Motorrad. Ich war noch
stolzer auf diese kleine Maschine als sonst, denn bis jetzt hat sie alles ohne Murren bewältigt. Ich musste unterwegs nur kurz einmal die Kontaktzündung nachstellen, was aber nee Kleinigkeit
war. In den letzten Jahren hat man die Strecke durch die Appenien etwas erleichtert, indem man Viadukte und neue Tunnel gebaut hat, was die Arbeit für mein Motorrad erleichterte. Wir
erreichten Pistioa und umfuhren es mittels der Umgehungsstraße und setzten unseren Weg Richtung Empoli fort, welches wir nur erreichen konnten indem wir noch einmal eine Bergkette überfuhren.
Diese war zwar nur 600 m hoch, hatte es aber in sich mit Steigungen von bis zu 23 %.
Auch das schafften wir, nur drohte uns jetzt der Sprit aus zu gehen. Nachdem ich in einem kleinen Dorf nach einer Tankstelle fragte, fand ich nach 5 km eine „Self-Service“
Tankstelle. Was für ein Glück, dass ich mich in der Zwischenzeit auch mit ein paar 5,00 Euro-Scheinen eingedeckt hatte "lach". Nachdem wir getankt hatten, war der Weg nicht mehr
lang bis Empoli. Von da hatten wir nur noch so an die ca. 200 km vor uns, also auf zum Endspurt.
Meine "Olle" mochte so langsam nicht mehr, ich musste jedes Mal wenn
wir Pause machten, einen Kran bestellen, damit Sie vom Motorrad kam, so steif war sie geworden "grins".
Von Empoli bis zur Superstrada die zwischen Firenze und Siena verläuft, geht es relativ flach auf der Straße zu, diese leichten Hügel bewältigte mein kleines Motorrad in der Zwischenzeit
mit links. Bei Poggibonsi fuhr ich auf die Superstrada und konnte dort richtig Gas geben, keine Kreuzungen, keine Ortschaften, die Superstrada ist wie eine Autobahn ohne Seitenstreifen und
die restlichen Kilometer bis Siena schmelzen nur so dahin. Ab hier sind es nur 74 km, manno man, ich mag nicht mehr, es ist 3 Uhr Nachmittags und heiß. Das Ganze hinterließ bei mir jetzt
auch schon Spuren, denn ich verschaltete mich schon ab und an oder ich ließ den Kupplungshebel manchmal zu spät los, von den Schmerzen im linken Arm und an der linken Hand, vom Kuppeln ganz
zu schweigen. Ja, es ist eine richtige Tortur, auch wenn es Spaß bringt, so durch die Landschaft zu fahren. Die Strecke ist wohl vielleicht doch zu lang?
Es ist 1700 Uhr und wir sind endlich in Grosseto, Gott sei Dank, gesund und das Motorrad heil. Ich hupe wie verrückt, meine Schwesterk ommt aus dem Haus und wir umarmen uns voller Freude.

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